Fernwartung von Verpackungsmaschinen

Sichere Fernwartung von Verpackungsmaschinen

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Produzierende Unternehmen müssen immer schneller auf sich ändernde Wünsche von Handel und Kunden reagieren. Speziell bei Kosmetik- und Lebensmittelherstellern sind laufend neue Varianten, Packungsgrößen und Geschmacksrichtungen gefragt. Ein Stillstand der Anlagen ist nicht nur ärgerlich, sondern auch richtig teuer. Mit einer flexiblen Fernwartungslösung – beispielsweise über ein webbasiertes Service-Portal und entsprechende intelligente Endgeräte – können die Ausfallzeiten wesentlich reduziert werden. Mit den Industrie-Routern mbNET und dem Fernwartungsportal mbCONNECT24 hat MB Connect Line die passende Lösung.

Die Komplexität der Produktions- und Verpackungslinien ist heute größer denn je. Die kleineren Losgrößen bei steigender Variantenvielfalt erfordern entsprechend flexibel einsetzbare Maschinen und Anlagen.
Die große Flexibilität wird durch einen hohen Automatisierungsgrad mit steigendem Softwareanteil erreicht, führt aber gleichzeitig zu komplexen Maschinen und Anlagen. Deshalb ist im Störungsfall die qualifizierte Unterstützung des Anlagenpersonals durch die Spezialisten des Herstellers besonders wichtig. Sie kennen die gelieferten Anlagen bis ins letzte Detail und können die möglichen Störungsursachen schnell eingrenzen. Mit der passenden Fernwartungslösung kann der Anlagenhersteller über den gesamten Lebenszyklus der Anlage für seine Kunden maßgeschneiderte Services anbieten. Dazu gehören auch eine schnelle Unterstützung bei Fragen zur Bedienung, Prozessoptimierung und Instandhaltung.

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Einfach und sicher über Webportal

Die Portalsoftware mbCONNECT24 bietet eine robuste Fernwartungs-Plattform mit zentraler Verwaltung aller Benutzer und Anlagen. In Form einer geschlossenen Benutzergruppe werden für jeden Service-Benutzer individuelle Rechte festgelegt. Für eine Fernwartungs-Sitzung melden sich die Service-Mitarbeiter über einen gesicherten VPN-Zugang am Portal an. Voraussetzung ist dafür lediglich eine Internet-Verbindung. So kann sich die Rufbereitschaft von Zuhause genauso einwählen wie die Service-Zentrale eines Zulieferers. Gibt es beispielsweise mit einem bestimmten Antrieb an einer Verpackungsmaschine ein Problem, so kann der Anlagenbauer bei Bedarf innerhalb von Minuten einen temporären Zugang für einen Service-Techniker des Antriebsherstellers einrichten. Nach erfolgreicher Authentifizierung mit Zertifikat, Benutzername und Passwort kann der Service-Techniker die für ihn freigegebenen Maschinen und Anlagen per Mausklick erreichen. Neben verschlüsselten Verbindungen über VPN zeichnet sich mbCONNECT24 durch eine einfache Administration aus. 

Hosting oder eigener Server

Neben der Hosting-Lösung mbCONNECT24 ist das Fernwartungsportal zusammen mit passender Serverhardware auch als vorinstalliertes Komplettsystem verfügbar. Das ist für Anlagenhersteller interessant, die innerhalb ihres Firmennetzes ihr eigenes Serviceportal realisieren wollen. Die vorkonfigurierten mymbCONNECT24-Server übernehmen als Rückgrat der Servicezentrale das gesamte Verbindungsmanagement. Sie werden in zwei Leistungsstufen angeboten: Die Variante „midi“ unterstützt als Box-Lösung bis zu 250 Benutzer und 50 gleichzeitig aktive Verbindungen. In der Variante „maxi“ im 19“-Rack sind bis zu 1000 Benutzer bei 150 gleichzeitig aktiven Verbindungen möglich.

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Erfüllt alle Sicherheitsanforderungen

Die Architektur von mbCONNECT24 als Portallösung erfüllt die hohen Sicherheitsanforderungen, die für den Zugriff auf Firmennetzwerke gelten. Bisherige Lösungen, die auf vom Internet eingehende Verbindungen basieren, führen zu einem erheblichen technisch-administrativen Aufwand. Für jedes zusätzlich installierte Gerät muss die Konfiguration der Firewall angepasst werden. Und ein Restrisiko bleibt immer, wenn eingehende Ver- bindungen zugelassen werden müssen, beispielsweise durch eine fehlerhafte Konfiguration der Firewall. Bei mbCONNECT24 werden die Verbindungen sowohl von der Service-Seite als auch von den Maschinen und Anlagen immer zum Portal-Server hin aufgebaut.
Verbindungsanfragen vom Portal zur Anlage oder zum Servicerechner kommen systembedingt nicht vor, so dass eingehende Verbindungen komplett gesperrt werden können. Da auch sonst keine spezielle Netzwerkkonfiguration notwendig ist, hat das Fernwartungs-Portal eine hohe Akzeptanz bei den Administratoren der Kundennetzwerke.

Der Anlagenbetreiber entscheidet

Auf der Anlagenseite kommen die Industrie-Router mbNET zum Einsatz. Diese registrieren sich am Portal und sind darüber zugänglich. Für jede Anlage kann individuell festgelegt werden, ob sich der Router immer am Portal einloggt, sobald er mit Strom versorgt wird oder erst bei Bedarf. Der Verbindungsaufbau zum Portal kann manuell über die Taste »Einwahl« oder von der Anlagensteuerung über ein Signal an einen digitalen Eingang des Routers ausgelöst werden. Über diese Mechanismen entscheidet alleine der Anlagenbetreiber, wann ein Fernzugriff auf seine Anlage möglich sein soll. Ist der Router mit einem Modem ausgestattet, so kann das Einloggen am Portal auch per Anrufsignalisierung oder per SMS von außen initiiert werden.

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Universelle Industrie-Router mbNET

Mit den Industrie-Routern mbNET ist die anlagenweite Fernwartung vom einfachen Antrieb über S7-Steuerungen bis hin zu Bedienpanels und Visualisierungs-PCs möglich. Passend zu den vielfältigen Komponenten in Verpackungsmaschinen sind verschiedene Gerätevarianten mit einer breiten Palette von Treibern und Schnittstellen verfügbar. Für serielle Geräte wie Steuerungen und Antriebe sind allein über 90 verschiedene Treiber erhältlich. Neben der LAN-Schnittstelle haben die Router bis zu zwei serielle Schnittstellen, die per Software als RS-232 oder RS-485 konfiguriert werden können. Für den direkten Zugriff auf die S7-300- und S7-400-Steuerungen von Siemens haben die MPI-/Profibus-Varianten einen vollwertigen PC-Adapter integriert, der Übertragungsraten bis 12 MBit/s unterstützt.
Der mbNET-S7-Treiber sorgt für die optimale Integration der Industrie-Router in die S7-Software von Siemens. Der Treiber klinkt sich direkt in die "PG/PC Schnittstelle“ ein. Damit ist der Aufbau einer Fernwartungsverbindung ohne Änderung im S7-Projekt möglich. Dank Source-NAT sind am Anlagennetzwerk keinerlei netzwerktechnische Konfigurationsänderungen erforderlich. Die mbNET-Router sorgen im bestehenden Anlagen-Netzwerk für die Übersetzung der IP-Adressen zwischen dem privaten Netz und dem Internet. Eine Rekonfiguration der Geräte wegen des Standard-Gateway-Eintrags oder gar ein Neustart der SPS oder der ganzen Anlage während der Installation sind nicht erforderlich. Für die Anbindungen von S7-Steuerungen über MPI- und Profibus dienen die Router als RFC 1006-Gateway einschließlich Routing über RFC 1006. Mit dem I/O-Manager können bis zu 4 Verbindungen zu einer S7-Steuerung (ISOTCP/MPI/PROFIBUS) parametriert und bis zu 256 SPS-Variablen aufgezeichnet werden.

Skalierbare Komplettlösung

mbCONNECT24 ist als universelle Komplettlösung für die einfache und sichere Verbindung von Netzwerken über Internet konzipiert. Sie ist fein skalierbar und für Fernwartung einer kleinen Verpackungsmaschine im Nachbarort ebenso geeignet wie für die Anbindung einer Vielzahl von Produktions- und Verpackungsanlagen, die weltweit betreut werden müssen. Die Service-Spezialisten benötigen lediglich einen Zugang zum Internet, entweder über das Firmennetzwerk, über den DSL-Anschluss zuhause oder von unterwegs über das UMTS-Modem. Telefonnummern und IP-Adressen werden nicht benötigt, da der Verbindungsaufbau über das zentrale Portal erfolgt. Neben klassischen Fernwartungs-Aufgaben wie der Unterstützung bei der Störungssuche kann das Portal auch für weitere Services genutzt werden. Beispielsweise zur Abfrage von Rohstoff-Vorräten und rechtzeitigen Disposition der Nachlieferung oder zur Erfassung von Betriebsdaten als Basis für eine nutzungsabhängige Vergütung der Anlagen.